Kapitalmaßnahmen sind Ereignisse, die von einem Unternehmen initiiert werden und deine Wertpapierbestände beeinflussen können, zum Beispiel Dividenden, Abspaltungen, Fusionen oder Aktienübernahmen.
Wenn du als deutscher Steuerresident bei Trading 212 FXFlat registriert bist, prüfen wir automatisch, ob eine Kapitalmaßnahmen steuerpflichtig ist. Falls erforderlich, berechnen wir die anfallenden Steuern und führen sie direkt für dich ab.
Wie werden Kapitalmaßnahmen nach deutschem Steuerrecht besteuert?
Die steuerliche Behandlung von Kapitalmaßnahmen hängt vom deutschen Steuerrecht und der konkreten Ausgestaltung des jeweiligen Ereignisses ab. Ähnlich aussehende Vorgänge können unterschiedlich besteuert werden, und Steuervorschriften können sich ändern.
Wie wir Steuern auf Kapitalmaßnahmen für dich abwickeln?
Bei Kapitalmaßnahmen übernehmen wir automatisch für dich:
- Prüfung, ob das Ereignis steuerpflichtig oder steuerneutral ist.
- Anwendung der deutschen Abgeltungssteuern, falls erforderlich.
- Nutzung des korrekten Verlusttopfs (Aktien oder sonstiger).
- Berücksichtigung deines Freistellungsauftrags.
- Meldung und Abführung der Steuern an die deutschen Finanzbehörden.
🤓 Tipp
Alle Details findest du in deiner Steuerübersicht. Gehe zu Einstellungen, dann Steuerübersicht.
📄 Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung.
Dividenden
Barkomponente / Dividende
Bardividenden gelten als Kapitalerträge und unterliegen der regulären deutschen Abgeltungsteuer. Wenn du eine Bardividende erhältst, wenden wir automatisch Folgendes an:
- Kapitalertragsteuer (25 %)
- Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer)
- Kirchensteuer (0%, 8% oder 9%)
Dein Freistellungsauftrag sowie vorhandene Verlustverrechnungstöpfe hier: Sonstiger Verlusttopf wird vor dem Steuerabzug berücksichtigt.
Sachdividende und Wahldividende
Manche Unternehmen geben dir die Wahl, eine Dividende in bar, in Aktien oder als Kombination aus beidem zu erhalten. Steuerlich macht die Auszahlungsform in der Regel keinen Unterschied:
- Die Dividende ist grundsätzlich als Kapitalertrag steuerpflichtig.
- Erhältst du Aktien, wird deren Marktwert als steuerpflichtiger Betrag angesetzt.
- Die Steuer wird normalerweise in bar einbehalten.
- Die erhaltenen Aktien werden mit Anschaffungskosten in Höhe ihres Marktwerts zum Zeitpunkt der Zuteilung eingebucht.
Dividendenwiederanlage
Bei Dividendenwiederanlage wird deine Dividende automatisch zum Kauf weiterer Aktien verwendet. Auch wenn kein Bargeld ausgezahlt wird, gilt die Dividende dennoch als steuerpflichtig:
- Die Besteuerung erfolgt zum Zeitpunkt der Gutschrift.
- Der reinvestierte Betrag stellt die Anschaffungskosten der neuen Aktien dar.
Stockdividenden und Bonusaktien
Stockdividende
Ein Unternehmen kann Dividenden auch in Form von Aktien statt in bar ausschütten. Steuerlich werden Stockdividenden ähnlich behandelt wie Sachdividenden oder Wahldividenden:
- Grundsätzlich steuerpflichtig als Kapitalertrag.
- Der Marktwert der erhaltenen Aktien ist der steuerpflichtige Betrag.
- Die Steuer wird üblicherweise in bar einbehalten.
- Die Aktien werden mit Anschaffungskosten in Höhe des Marktwerts zum Zeitpunkt der Zuteilung eingebucht.
Bonusaktien
Werden dir Aktien direkt als Bonusaktien aus Unternehmensrücklagen zugeteilt, ist dies nach deutschem Steuerrecht in der Regel steuerneutral:
- Es wird keine Kapitalertragsteuer einbehalten.
- Die Bonusaktien werden mit Anschaffungskosten von 0 € eingebucht.
- Die Besteuerung erfolgt erst beim Verkauf, wenn du einen Gewinn realisierst.
Spin-offs
Abspaltung (steuerneutral)
Bei einem qualifizierten Abspaltung werden Aktien eines neu gegründeten oder abgespaltenen Unternehmens verteilt und die Voraussetzungen für Steuerneutralität sind erfüllt:
- In der Regel steuerneutral.
- Kein Steuerabzug.
- Die ursprünglichen Anschaffungskosten werden auf alte und neue Aktien aufgeteilt.
Sachausschüttung / Gewinnausschüttung
Erfüllt eine Abspaltung nicht die Voraussetzungen für Steuerneutralität, wird sie als „Sachdividende“ behandelt und ist steuerpflichtig:
- Die erhaltenen Aktien werden mit ihrem Marktwert zum Zeitpunkt der Zuteilung besteuert.
- Es gelten die regulären deutschen Abgeltungssteuern.
- Der sonstige Verlusttopf wird genutzt.
- Die ursprünglichen Aktien behalten in der Regel ihre bisherigen Anschaffungskosten.
Fusionen und Übernahmen
Aktienübernahme (Share-for-Share)
Werden deine Aktien ausschließlich gegen neue Aktien getauscht, ist der Vorgang in der Regel steuerneutral:
- Keine sofortige Besteuerung.
- Die ursprünglichen Anschaffungskosten werden auf die neuen Aktien übertragen.
- Steuern fallen erst beim Verkauf der neuen Aktien an.
Aktienübernahme (Qualifiziert - bis zu 10 % Baranteil)
Bei manchen Übernahmen erhältst du zusätzlich zu neuen Aktien einen Baranteil:
- Der Baranteil gilt als steuerpflichtiger Kapitalertrag.
- Der Aktientausch selbst kann steuerneutral bleiben.
- Steuern werden nur auf den Baranteil berechnet.
Aktienübernahme (Steuerpflichtig - über 10 % Baranteil)
In bestimmten Fällen gilt der Tausch als steuerpflichtige Veräußerung deiner alten Aktien:
- Die alten Aktien gelten als zum Marktwert verkauft.
- Ein Gewinn oder Verlust kann sofort realisiert werden.
- Bei einem Gewinn fällt Kapitalertragsteuer an.
Reine Bar-Kapitalmaßnahmen
Barabfindungen (Squeeze-outs)
Bei einem Squeeze-out werden Minderheitsaktionäre gegen eine Barzahlung aus dem Unternehmen gedrängt. Steuerlich wird dies wie ein normaler Aktienverkauf behandelt:
- Gewinne unterliegen der Kapitalertragsteuer.
- Verluste können dem Aktien-Verlusttopf zugeführt werden.
Einlagerückgewähr
Eine Kapitalrückzahlung stammt aus dem Eigenkapital eines Unternehmens und stellt keinen Gewinn dar, sondern eine Rückzahlung deines investierten Kapitals. Sie ist in der Regel steuerneutral:
- Kein Steuerabzug.
- Deine Anschaffungskosten werden um den erhaltenen Betrag reduziert.
- Erreichen die Anschaffungskosten 0 €, können weitere Zahlungen als Veräußerungsgewinn steuerpflichtig werden.
📄 Hinweis
Solche Zahlungen werden oft als (steuerfreie) Dividenden angezeigt.
Fonds-Liquidation
Wird ein Fonds liquidiert, gilt die Schlussauszahlung als Verkauf deiner Fondsanteile:
- Kapitalertragsteuer auf realisierte Gewinne.
- Teilfreistellungen (falls zutreffend) werden automatisch berücksichtigt.
- Verlustverrechnungstöpfe werden angewendet (hier: sonstiger Verlusttopf).