Unabhängig von deiner Erfahrung ist es wichtig, die verschiedenen Arten von Aktienorders zu verstehen, um fundierte Anlageentscheidungen treffen zu können. Bevor du dich mit den Orderarten beschäftigst, solltest du einen der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl deiner bevorzugten Orderart verstehen: Kurslücken. Viele Faktoren können Kurslücken verursachen. Unerwartete Nachrichten und Ereignisse wie Ergebnisberichte, politische Entwicklungen oder Naturkatastrophen können den Kurs einer Aktie schnell und stark verändern und dadurch eine Kurslücke entstehen lassen.
Trader, die auf solche Ereignisse nicht vorbereitet sind, können sich auf der falschen Seite eines Handels wiederfinden oder ihn möglicherweise nicht zu ihrem gewünschten Kurs ausführen.
Wo treten Kurslücken auf?
Eine Kurslücke entsteht, wenn zwischen dem Eröffnungs- und dem Schlusskurs einer Aktie plötzlich ein erheblicher Unterschied auftritt. Auch große Handelsaufträge oder Änderungen des Handelsvolumens können Kurslücken verursachen. Verkauft beispielsweise ein großer institutioneller Anleger plötzlich viele Aktien, schöpft er damit alle nächstgelegenen Kauforders ab. Dadurch kann der Aktienkurs schnell auf einen für die nächste Käufergruppe akzeptablen Kurs fallen und eine Lücke entstehen. Es gibt vier Hauptarten von Kurslücken:
- Gewöhnliche Kurslücke (Common Gap): Eine typische Kurslücke, die in Charts häufig vorkommt und durch normale Marktbewegungen entsteht. Sie tritt oft bei geringer Handelsaktivität auf, die nicht mit wichtigen Nachrichten oder Ereignissen zusammenhängt. Gewöhnliche Kurslücken werden schnell geschlossen und der Kurs kehrt zu seinem vorherigen Niveau zurück.
- Ausbruchslücke (Breakaway Gap): Wenn sich der Kurs über ein Unterstützungs- oder Widerstandsniveau hinausbewegt, das während einer Handelsspanne entstanden ist, bildet sich eine Ausbruchslücke. Sie entsteht, wenn der Kurs mithilfe einer Lücke aus einer etablierten Handelsspanne ausbricht. Chartformationen wie Dreiecke, Keile, Tassen-mit-Henkel-Formationen, abgerundete Böden oder Spitzen sowie Schulter-Kopf-Schulter-Formationen können eine solche Lücke erzeugen.
- Fortsetzungslücke (Runaway Gap): Eine Fortsetzungslücke entsteht in der Mitte eines Trends und weist auf eine starke Dynamik in der aktuellen Richtung hin. Wenn der Kurs plötzlich an Geschwindigkeit gewinnt und sich weiter in dieselbe Richtung bewegt, entsteht hinter ihm eine Lücke. In einem Aufwärtstrend deutet sie auf zunehmende Käufe eines Vermögenswerts hin, während sie in einem Abwärtstrend auf zunehmende Verkäufe der Aktie hinweist.
- Erschöpfungslücke (Exhaustion Gap): Eine Erschöpfungslücke zeigt an, dass ein Trend an Kraft verliert. Sie erscheint in einem Chart am Ende eines längeren Trends oder einer erheblichen Kursbewegung. Typischerweise zeigt sie sich als plötzlicher Ausschlag entgegen der Trendrichtung und kann darauf hindeuten, dass der Markt an Dynamik verliert und eine Umkehr bevorstehen könnte. Diese Art von Lücke kann bullisch oder bärisch sein.